Saarbrücker Zeitung, 21. Februar 2007
Henry Balboa
Es ist ein Jammer mit den Helden, ein echter: Da taucht Sylvester Stallone, der harte Rocky mit dem weichen Herzen, nach gefühlten Jahrhunderten wieder aus der Versenkung auf wie Phönix aus der Asche und steht so nackend und prächtig dar mit muskelbepacktem Korpus, dass man verzückt ausrufen möchte: Besiegt, das Altern, es ist besiegt! Und dann die Enttäuschung: Illegale Aufputschmittel soll „Sly" genommen und so dem erlahmten Mucki-Wachstum ein wenig nachgeholfen haben. Also alles nur gelogen? Die Geschichte vom Alteisen, das sich mit purer Willens- und ein bisschen Muskelbank-Kraft wieder empor kämpft aus der Vergessenheit? Von Miami bis Oberammergau sind die Menschen geschockt ob ihres gestrauchelten Idols. Wie gut also, dass es noch die Lichtgestalt Henry Maske gibt. Der wird Ende März in München zum zweiten Mal auf Virgil Hill treffen - und Aufputsch-Stallone zeigen, wie man sich ganz natürlich mit Würde vertrimmen lässt. Für gescheiterte Comebacks braucht man nämlich keine Anabolika. Lass Dir das gesagt sein, Sylvester!
oliver georgi. journalist.